Sehenswertes

Fercher von Steinwand

Biografie

Johann Kleinfercher, später mit dem Dichternamen "Fercher von Steinwand" bekannt geworden, kam am 22. März 1828 in Untersteinwand als Sohn einer besitzlosen Magd unter ärmlichen Verhältnissen zur Welt.
Not und Armut prägten auch seinen weiteren Lebensweg, der ihn nach der Pfarrschule in Stall, dem Gymnasium in Klagenfurt und der Universität in Graz schließlich nach Wien führte, wo er über 50 Jahre bleiben sollte.
Im Gesamtwerk bekannte sich Fercher zur deutschen Klassik und Romantik aber seine Gestaltungskraft lag mehr im lyrischen und epischen Ausdruck.
Das letzte Mal besuchte Fercher im Sommer 1901 seine alte Mölltaler Heimat - am 7. März 1902 verstarb er in Wien.

Die Volksschule

Dem Dichter zu Ehren wurde in dreijähriger Bauzeit (1930-1932) die ursprünglich einklassige Volksschule in Steinwand errichtet. Die Idee, an Stelle eines Denkmals eine Schule zu erbauen stammte vom damaligen Oberlehrer und späterem Direktor, Franz Joachim, welcher auch die treibende Kraft dieses Schulbaues war.

Mittel vom Land, sowie großzügige Spenden und Mithilfe seitens der Bevölkerung ermöglichten es, dass am 6. November 1932 die "Fercher von Steinwand Gedächtnisschule" ihrer Bestimmung übergeben werden konnte. Auf Betreiben des Ortspfarrers Karl Krainer entstand zur gleichen Zeit neben dem Schulgebäude das schmucke "Josefikirchlein".  Anlässlich seines 170. Geburtstages fand am 22. März 1998 die feierliche Einweihung der "Dichterstube" statt.

Aus seinem spärlichen Nachlass wurden einige desolate Gebrauchsgegenstände mit hohem Kapitalaufwand renoviert und mit seinem schriftstellerischem Nachlass sowie dokumentarisch interessantem Archivmaterial im eigens zu diesem Zweck ausgebauten Dachboden der Schule präsentiert. Diese repräsentative Ausstellung und periodische Lesungen sollen den Dichter, der zeitlebens mit Krankheit und Armut zu kämpfen hatte, wieder stärker ins Bewusstsein rücken.

Stationen

  • 1845: sein erstes Gedicht wird in Klagenfurt gedruckt
  • ab 1850: Literatur-Studium in Wien
  • 1852: Erkrankung an Hungertyphus
  • ab 1857: Mitarbeiter der Zeitschrift "Die Lyra"
  • 1859: Vortrag am Königshof in Dresden
  • 1867: Tragödie "Dankmar" erscheint - Literaturpreis des Reichsrates
  • 1874: "Gräfin Seelenbrand" erscheint
  • 1881: Gedichtband "Deutsche Kläng aus Österreich"
  • 1891: "Johannesfeuer" sowie kurze Biographie, 300 Glückwunschschreiben an seinem 70. Geburtstag.

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